Persönliches
Wenn ich heute im Alter von 75 Jahren zurück blicke, muss ich mir selbst
bescheinigen, dass sehr viel in meinem Leben von einem Leben mit dem "Federvieh"
geprägt wurde.
Am Stadtrand von Wuppertal-Barmen, nahe am Wald wohnend, bin ich stets sehr eng
mit der Natur verbunden gewesen und bin es heute noch. Im Alter von 14 Jahren
begann alles mit den Rennpferden des kleinen Mannes, also mit Brieftauben. Sehr
schnell war ich erfolgreich und es wurden viele Renntage durch Tauben aus meinem
Schlag gewonnen.
Später wurde ich dann beschwatzt, in die Pelztierzucht einzusteigen. Ausser,
dass ich viel Geld verlor, blieb nichts von den Versprechungen.
Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bekam ich mehr oder weniger
durch Zufall Kontakt zu Wellensittich-Züchtern. Und wie so oft, es begann mit
der Zucht von Hansi-Bubis.
1968 lud der seinerzeit sehr bekannte Züchter von Rez. Schecken, Manfred
Rosenbaum, meine Frau und mich zur DSV-Bundesschau nach Mettmann ein. Ich war
damals der Auffassung, dass ich schon recht erfahren in der WS-Zucht sei, und
konnte bei den dort ausgestellten und meinen Vögeln keine Unterschiede in der
Qualität feststellen. Als mir dann Manfred Rosenbaum aus seiner Zucht einen
Vogel schenkte, stellte ich im Vergleich zu meinen Vögeln dann doch gravierende
Unterschiede fest. Mein Entschluss stand fest, ich wollte Schau-Wellensittiche
züchten und trat noch am Abend der Siegerehrung der D.S.V. bei. Durch die
Unterstützung von Manfred Rosenbaum erhielt ich schnell Kontakt zu den damals
führenden Züchtern innerhalb der D.S.V. So erhielt ich auch Kontakt zu Alex
Woestendick, der Legende der deutschen Schau-Wellensittich-Zucht. Alex
Woestendick unterstützte mich sehr im Aufbau meiner Zucht. Zunächst auf
Rez.Schecken spezialisiert, fand ich durch Alex Woestendick auch Gefallen an den
Falben.
Wem
geht es nicht so. Man ist stolz wie Oscar - wenn man in die höchste
Ausstellerstufe aufsteigt. Tatsächlich gelang mir dies bereits auf der zweiten
DSV-Bundesschau, auf der ich ausstellte. Ich hatte es
geschafft, und durfte mich Züchter der "Meisterklasse" nennen.
Sicherlich sollte man nicht verkennen, dass ein Aufstieg für den Aussteller
damals leichter war - waren doch weit weniger Züchter als heute vorhanden. Nicht
so schön war die Zeit, als immer mehr Züchter auf die Zucht von Standard-Vögel
setzten, und Züchter von Farb-Vögeln mitleidig belächelt wurden. Aber,
Idealisten sind immer vorhanden, eine Anzahl ehrgeiziger Züchter von
Farb-Vögeln, ich natürlich auch, liessen sich durch diese "Anfeindungen" nicht
beeinflussen, und das Ergebnis sehen wir heute. In der Spitze ist kaum noch ein
Unterschied zum Standard-Vogel erkennbar, und es wurden schon grosse und
bedeutende Schauen von Farb-Vögeln gewonnen.
Die Begeisterung an diesem Hobby war Grund genug, dass ich 1977 anlässlich der
DSV-Bundesschau in Duisburg meine Prüfung als Preisrichter erfolgreich ablegte.
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Ich richte aus Leidenschaft, ist es doch immer wieder eine Herausforderung, aus
einer Vielzahl
von Vögeln, die Besten auszuwählen.
Gerne würde ich viel mehr Schauen richten, wenn meine Zeit dies zulassen würde.